Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Christoph Seßelschreiber, ›Von Glocken- und Stuckgießerei‹

Der Verfasser dieser 1521-1524 entstandenen Handschrift war Büchsenmeister im Dienst der Wittelsbacher. Er beschäftigte sich jedoch vor allem mit der Kunst des Metallgusses. Seine Skizzen zeigen Öfen, Modelle für gegossene Brunnen oder Wasserhebewerke mit Eimerketten. Zeichnerisch ist einiges auffällig. Bei der Zeichnung von Flaschenzügen zog Seßelschreiber Fäden durch das Papier, um den Verlauf der Seile besser anzuzeigen. Überschriften und gelegentlich ganze Textteile stehen in nachgezeichneten Gusslettern, gelegentlich sogar wie in der Gussform seitenverkehrt. Die wohl interessantesten Teile der kaum bekannten und erforschten Handschrift beschäftigen sich mit dem Glockenguss. Hier finden sich sogar einige sonst nur mündlich oder direkt vom Meister an die Gesellen weitergegebene Angaben zum Verhältnis von Wandstärken und Tonhöhen.

 

Skizze zum Querschnitt von Glocken (Bayerische Staatsbibliothek München, cgm 973, fol 9r – Lizenz CC BY-NC-SA 4.0)

 

Zum DigitalisatBeschreibung der Handschrift