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Postanschrift

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Kaiserstr. 12, Geb. 20.30
D-76131 Karlsruhe

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Projekte

 

DFG-Projekt Enzyklopädisches Erzählen. Wissenspoetik im volkssprachigen Roman des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (14. bis 16. Jahrhundert)

Laufzeit: 2017-2020; Projektleiter: Mathias Herweg, Projektmitarbeiter: Frank J. Noll

Gegenstand des Projekts ist ein Phänomen, das in der Romangeschichte immer wieder auftaucht, zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit (14.-17.Jh.) indes zu kulminieren scheint: Volkssprachige Romane integrieren Wissen verschiedenster Disziplinen (etwa aus Geographie, Geschichte, Naturwissenschaft, Astronomie und Kosmologie, Mythologie, Philosophie, Theologie, Medizin und natürlich auch Literatur). Sie nutzen dafür ausufernde Lehrgespräche und Digressionen (die selbst wieder neue Digressionen provozieren), verwischen ihr Gattungsprofil und ufern häufig zu monumentalen 'Weltbüchern' aus. Das Projekt untersucht die Formen und Funktionen enzyklopädischen Erzählens im Roman dieser Zeit sowie ihre poetologischen Dimensionen. Unter enzyklopädischem Erzählen werden Schreibweisen verstanden, die einerseits enzyklopädische Wissensbestände narrativ integrieren und transformieren, andererseits auf Methoden, Deutungs- und Ordnungsmuster der zeitgenössischen Enzyklopädik rekurrieren. Der Fokus liegt auf der Frage nach der impliziten Poetik des enzyklopädischen Erzählens.

 

 

HEiKAexplore-Förderbrücke: Textwelten und Wissensforschung (mit Dirk Werle, Heidelberg), 2017/18.

Im Rahmen der 2017 bewilligten Förderbrücke werden Projekte verfolgt, die der historischen und systematischen Erforschung von 'Wissen' als dem zentralen Leitkonzept der Wissenschaften einerseits, der modernen Wissensgesellschaft andererseits sowie seiner (text-)medialen Repräsentation und Vermittlung gewidmet sind. Eine besondere Rolle spielen hier Fragen der Erzählforschung, der Fiktionsforschung und der Rhetorik: Welche Arten von Wissen vermitteln Erzählungen? Wie ist das Verhältnis von Wissen und Fiktion zu beschreiben? In welcher Weise dienen rhetorische Verfahren wie etwa Metaphern der Wissenserschließung und -vermittlung? Welchen Bedeutungswandel erfahren Topoi wie z.B. die des Automaten, des künstlichen Menschen oder Cyborgs bis in die Moderne? Ein weiterer Aspekt sind die Voraussetzungen, Implikationen und Medien der Popularisierung von Wissen(schaft).

 

 

HEiKAexplore-Projekt Zukunftswissen. Kontingenz und Prognose in der Literatur des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit

Laufzeit: 2018; Projektleiter: Mathias Herweg (Karlsruhe und Dirk Werle (Heidelberg), Projektmitarbeiterinnen: Manuela König (Karlsruhe) und Joana van de Löcht (Heidelberg)

Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit werden Techniken, Wissen über die Zukunft zu erlangen und damit Möglichkeiten, die Kontingenz des menschlichen Lebens zu begrenzen, in literarischen und wissensvermittelnden Texten verhandelt. Ziel des Projekts ist es, den Wandel theologischer und mantischer Wissensansprüche über Zukünftiges hin zu naturwissenschaftlichen Modellen auszuloten und deren Einbindung in literarische und nichtliterarische Textwelten zu beschreiben. Das mediävistische Teilprojekt untersucht konkret die Inszenierung von Zukunftswissen im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Prosaroman, das neugermanistische Teilprojekt erforscht die narrative Vermittlung von Prognosewissen in europäischer Erzählliteratur des 16. bis 18. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der Entstehung der modernen Wissenschaft. Beide Teilprojekte schließen chronologisch und thematisch eng aneinander an.