Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Martin Löffelholz, Allerlei Handwerkszeuge

Zu den am wenigsten bekannten, aber überaus spannenden Skizzenbüchern gehört die 1505 entstandene Handschrift des Nürnberger Patriziers Martin Löffelholz (gest. 1533). Vermutlich gemeinsam mit einem Nürnberger Kunstschmied hielt er zeichnerisch durchaus anspruchsvoll allerlei technische Spielereien fest. Seine Skizzen zeigen u.a. einen drehbaren und fahrbaren Stuhl, Bohrer und Zirkel, Multifunktionswerkzeuge, eine sehr frühe Darstellung einer Werkbank mit Schraubstock, Armbrüste und Spanngeräte, eine der frühesten Darstellungen eines Radschlosses, das vermutlich als eine Art Tischfeuerzeug diente – aber auch eine Reihe von Folterwerkzeugen. Die Handschrift bedarf dringend weiterer Untersuchung! Sie befand sich bis 1945 in der Staatsbibliothek Berlin, galt dann lange Zeit als verschollen und wird heute in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau aufbewahrt. Erfreulicherweise gibt es ein sehr gutes Digitalisat!

 

 

Fahrbarer und höhenverstellbarer Drehstuhl (olim Berlin, mgq 132, heute Krakau, Biblioteka Jagiellońska, Ms. Berol. Germ. Qu. 132, fol. 10r – Lizenz: Public Domain)

 

 

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