Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Weimarer Ingenieurkunst- und Wunderbuch

Das zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstandene ‚Ingenieurkunst- und Wunderbuch‘ hat eine ziemlich legendenhafte Vorgeschichte. Es soll angeblich aus dem Besitz Ferdinands des Katholischen von Aragon und Neapel (1452–1516) stammen, der es dem albanischen Fürsten und Söldnerführer Georg Castriota schenkte. Dem Besitzerwappen nach zu schließen, stammt die Handschrift jedoch eher aus dem Besitz eines Oberpfälzer oder fränkischen Adelsgeschlechts. Wie das Kriegsbuch Ludwigs von Eyb hat es einen eindeutigen Sammelcharakter bereits bestehender Zeichnungskataloge. Teilweise stimmen die Inhalte auch überein. Das Buch enthält auf jeden Fall auf 656 Pergamentseiten mit bis zu 15 Einzelzeichnungen je Seite dem umfangreichsten Bildkatalog technischer Skizzen des späten Mittelalters. Neben der üblichen Waffentechnik ragt die Mühlen- und Antriebstechnik heraus. Am Ende befindet sich ein innovatives Konzept eines Baukastensystems, mit dem aus standardisierten Einzelteilen immer neue Werkzeuge vor allem zum Brechen von Mauern und Fenstern zusammengebaut werden können.

 

Stecksystem aus Metall, Einzelteile und mögliche Kombination (Digitale Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar, Fol 328, fol. 283r – Lizenz: mit freundlicher Genehmigung der Anna Amalia Bibliothek)

 

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