Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Kulturtheorie und -praxis

 KIT/Thorsten Schwanninger

Kulturtheorie und -praxis (kurz KTP) kann als eine praxisorientierte Ausbildung studiert werden, die innerhalb der Karlsruher BA-Studiengänge den Status eines ergänzenden Wahlpflichtbereichs hat. Als Hauptfach oder Aufbaustudiengang mit dem Abschlussziel Master ist KTP nicht studierbar.

In sechs Semestern lernen Sie zentrale kultur- und medienwissenschaftliche Themenfelder kennen und erwerben Kompetenzen, die Sie für die Arbeit in Kultureinrichtungen sensibilisieren und qualifizieren. Die ersten drei Semester sind von eher theoretischem Charakter: Medientheorie und Mediengeschichte sowie Kulturtheorie und Kulturgeschichte stehen auf dem Studienplan. Daneben erhalten Sie wichtige Einblicke in den gesellschaftlichen Kontext kultureller Prozesse. In der zweiten Hälfte des Studiums steht die Kulturpraxis im Vordergrund: Experten aus dem Praxisbereich tragen dazu bei, das breite Spektrum der Kulturarbeit anschaulich zu machen. Zum Schluss unterstützen sie Sie bei der Realisierung einer Projektarbeit in einer konkreten Kultursparte.

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Studieninhalte

Medienwissenschaft und Kulturwissenschaft

Kultur ist in hohem Maße Medienkultur. In den ersten Semestern werden deshalb grundlegende Kenntnisse über Zeichentheorie, Kommunikationsmodelle und Medienbegriffe vermittelt, um auf dieser Basis die Entwicklung und Geschichte der Medien von der Erfindung der Schrift bis zum Internetzeitalter nachvollziehbar zu machen. Ferner setzen Sie sich mit zentralen Feldern und Themenkomplexen der Medientheorie, wie Fotografie, Film, Radio, Fernsehen, Digitale Medien, auseinander. Ebenfalls für das erste Studienjahr vorgesehen ist ein kulturwissenschaftliches Basismodul, das eine Einführung in klassische theoretische Positionen und die Diskussion historischer Perspektiven gleichermaßen mit einschließt. Die gemeinsame Analyse kulturtheoretischer Texte trägt dazu bei, die Unterschiedlichkeit menschlichen Verhaltens in Kollektiven aus der Sicht verschiedener Wissenschaften erfassen und interpretieren zu können. Gleichzeitig öffnet sie den Denkhorizont für Fragen nach dem Verhältnis von Natur und Kultur. Im Rahmen einer Veranstaltung werden überdies typische Fragestellungen, Methoden und Perspektiven der Kulturgeschichte behandelt, wobei auch Ausblicke auf Gesellschaftsgeschichte, politische Geschichte und Technikgeschichte erfolgen.

Kultur und Gesellschaft

Auf die theoretischen Grundlagen folgt im dritten und vierten Semester ein Aufbaumodul, das Kultur in ihrer gesellschaftlichen und historischen Einbettung greifbar macht. Dabei stellt Erinnerungskultur ein zentrales Themenfeld dar, und zwar nicht nur für die Forschung, sondern auch für die konkrete Arbeit von Kultureinrichtungen – weshalb sie sich besonders als Brückenschlag zum praktisch orientierten letzten Jahr eignet.

Dimensionen der Kulturpraxis und Projektarbeit

In einem abschließenden Modul gewinnen Sie zunächst einen Überblick über die vielfältige Landschaft von Kulturinstitutionen: Experten und Expertinnen verschiedener Kulturträger (Museen, Archive, Bibliotheken, Stiftungen, Radio, Fernsehen etc.) stellen hierbei ihre Einrichtung, ihre Arbeitsfelder und Qualifikationsprofile für Berufseinsteiger vor. Im fünften Semester lernen Sie die spezifischen theoretischen und praktischen Anforderungen Sie einer Kultursparte vertiefend kennen. Im Projektmanagement erlernen und üben Sie praxisorientierte Methoden und Strategien der Projektarbeit, so etwa die Konzeption, Zeitplanung, Budgetierung und Dokumentation eines Projektes. Schließlich planen und realisieren Sie ein eigenes Projekt und stellen mit einem Portfolio über das Modul ihre im Studium erworbene theoretische und praktische Kulturkompetenz unter Beweis.