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Postanschrift

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien

Kaiserstr. 12, Geb. 20.30
D-76131 Karlsruhe

Campusplan (Planquadrat G5)

Inhalte und Erkenntnisziele der mediävistischen Einführungsveranstaltungen am KIT

(Skizze, September 2014)

 

[Einführungsmodul Sprache: Seminar 'Einführung in das Mittelhochdeutsche und Frühneuhochdeutsche'] Einführungsmodul Mediävistik: Seminar 'Einführung in die Mediävistik' und Vorlesung 'ELMA'

 

Vorab: Die folgende Übersicht der Inhalte dient der Transparenz: Die Studierenden können davon ausgehen, daß sie die für ein fortgeschrittenes Mediävistik-Studium nötigen Grundlagen in den ersten Veranstaltungen unabhängig von Dozenten und grundgelegten Texten kennen- und erweitern lernen.

Es ist unbedingt zu empfehlen, das Seminar des Einführungsmoduls Sprache vor oder neben, nicht aber nach dem Seminar des Einführungsmoduls Mediävistik88 zu belegen!

 

[EM Sprache]

[1. Seminar 'Einführung in das Mittel- und Frühneuhochdeutsche' (früher M1; Sprachwissenschaft diachron)]


Verbindliche Inhalte (Reihenfolge und konkrete Füllung der Sitzungen liegen bei den linguistischen DozentInnen; das Nacheinander von Sprache und Textlektüre in der Aufzählung ist ein Nebeneinander im Seminarablauf: 'Learning by reading'): 

 

1.1.Sprachgeschichte des Deutschen

1.2.Metrik vor Opitz in Grundzügen (ohne Strophenformen)   

1.3.Textlektüren (mit Kurzeinführung) und Übersetzung

 

EM Mediävistik

1. Einführungsvorlesung (ELMA)

Die Einführungsvorlesung im Einführungsmodul ist als literaturgeschichtliche Überblicksvorlesung 'Deutsche Literatur im Mittelalter' angelegt, wobei das fachliche Selbstverständnis und Leitbild einer gerade nicht nationalphilologisch, sondern (lateinisch-) europäisch orientierten germanistischen Mediävistik grundlegend ist.

Die regelmäßig angebotene Vorlesung stellt in repräsentativen Texten die Hauptepochen, -stoffe und -genres mittelalterlicher Literatur von den Anfängen bis ins Spätmittelalter (ca. 750-1400) vor.

Ihr Ziel ist die Vermittlung eines im weiteren Studium ausbaufähigen Koordinatensystems wichtiger literarischer Texte und Daten, in die im fortgeschrittenen Studium auch eher punktuelle Seminarthemen und -texte eingeordnet werden können. Auf diese Weise soll ein Grundwissen mittelalterlicher Literatur in ihrer diachronen und gattungsgeschichtlichen Dimension und ein Bewußtsein für die Kontinuitäten und Diskontinuitäten literarischer Prozesse im Rahmen der europäischen Vormoderne entstehen.

 

2. Seminar 'Einführung in die Mediävistik' (früher M2)

Literarisch-gattungshistorische Ausrichtung, 'Grundwissen' über Literatur, Literaturverständnis und Literaturdeutung in der Vormoderne

 

2.1. Ausgangspunkt ist ein Text / ein Textverbund aus folgender verbindlicher Auswahl:

  • Nibelungenlied
  • Heinrich von Veldeke, Eneas
  • Hartmann, Iwein oder Erec
  • Walther von der Vogelweide, Spruchdichtung
  • Minnesang (auch beschränkt auf Früher MS

 

2.2. Übersetzungs- und Verständnispraxis: Vertiefung der Sprachkompetenzen anhand des Textes

 

2.3.Einsichten in literarhistorische Kontexte, soweit möglich ebenfalls ausgehend vom grundgelegten Text, jedenfalls stets textnah:

Verbindliche Themen:

  • Gattungen, Gattungssystem, Gattungsbegriff in der Vormoderne
  • Literatur- und Textbegriff ('weiterer Literaturbegriff', Manuskriptkultur, unfeste Texte, 'schöne' vs. Gebrauchsliteratur, 'historia vs. fabula': Fiktionalität und Fiktionsbewußtsein)
  • Text und Medium; vormoderne Medialität (semiorale Kultur, literarische Interessenbildung/der Text in seinem 'Resonanzraum')
  • Literaturbetrieb: Literatur in der ma. Ständegesellschaft; Autor - Publikum - Mäzen(atentum)
  • Politische Kommunikation und feudale Herrschaft (z.B. kontrastiv am Ideal der Tafelrunde, an der 1.Av. des NL, an Walthers Reichston-Sprüchen)
  • 'Deutsche Literatur im lateinischen MA' (literatus/illiteratus bzw. Kleriker und Laie; Volkssprachenliteratur und europäische Latinität, Übersetzungs-/Fachschrifttum)

 

Erwünschte weitere Themen (nach Zeitplan und Priorisierung des /der DozentIn):

  • Literarische Interessenbildung und Institutionen: Kloster, Hof, Stadt
  • Geschlechterrollen; höfische Frau, Männlichkeitsprofile zw. Kleriker und Heros
  • Bildung und Gesellschaft; Literatur- und Kulturtransfer: Latein, Französisch, Deutsch; Kontaktorte, Grenzen, Differenzen
  • Alterität und Kontinuität; zur Relevanz mhd. Literatur heute (dazu nach wie vor erhellend etwa HR Jauß)
  • Grundlagen ma. Hermeneutik (Mehrfacher Schriftsinn, Typologie und Analogie)