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Pädagogik

Der folgende Text orientiert sich an dem Text der Webseite 'Pädagogik (Bachelor/Master)' des ehemaligen Zentrums für Information und Beratung (zib).

 


 

Die aktuellen Modulhandbücher stehen als pdf für das Studienjahr 2015/2016 hier zum Download bereit.

Bitte besuchen Sie für die jeweiligen Studiengang-Modulhandbücher ebenso die Webseiten der Institute der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften.
 


 

Die Pädagogik ist die wissenschaftliche Lehre des erzieherischen Handelns einschließlich der darin wirksamen Wertvorstellungen, Ziele, Techniken, der handelnden Personen, ihrer geschichtlichen Grundlagen und des institutionell-organisatorischen Rahmens von Erziehungsprozessen. Ferner umfasst die Pädagogik als 'Erziehungswissenschaft' die Theorie der Erziehung einschließlich ihrer Metatheorie. Am Ausbildungsstandort Karlsruhe verbindet das Pädagogikstudium zwei große pädagogische Bereiche: Die Allgemeine Pädagogik und die Berufspädagogik. Im Hauptstudium (5. Und 6. Semester) besteht die Möglichkeit einer Spezialisierung in einem der beiden Teilbereiche. Die gesamte Ausrichtung des Studienganges Pädagogik ist in hohem Maße berufsbezogen und -orientiert und zielt damit auf konkret existierende Arbeitsfelder in der Wirtschaft, in gesellschaftlichen Korporationen (Gewerkschaften, Arbeitgeber) und im öffentlichen Dienst (vgl. hierzu Kap. 6: Berufliche Möglichkeiten).


 

Das Studium der Allgemeinen Pädagogik

Die wissenschaftliche Disziplin der Allgemeinen Pädagogik beschäftigt sich mit Fragen der Erziehung, der Bildung und des Lernens in ihren aktuellen und historischen gesellschaftlichen Zusammenhängen. Im Unterschied zu den handlungsorientierten Ausbildungen für erzieherische Berufe ist das pädagogisch-erziehungswissenschaftliche Studium auf die wissenschaftliche Erarbeitung von Problemstellungen unterschiedlicher Lehr-/Lern- und Bildungsformen gerichtet. Es soll zu einer erkenntnisorientierten Befähigung führen, Erziehungs-, Lern- und Bildungsprozesse theoretisch und empirisch zu analysieren und zu gestalten. Dabei werden auch die Theorien und Erkenntnisse der Nachbardisziplinen Psychologie und Soziologie berücksichtigt. Die thematischen Schwerpunkte des Faches Pädagogik an der Universität Karlsruhe sind Bildungsforschung und Bildungsplanung, Struktur des Bildungssystems, empirische (Schul-)pädagogik sowie Didaktik und Methodik. Diesen thematischen Schwerpunkten in der Lehre sind Forschungs- und Praxisprojekte aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zugeordnet (vgl. weiter unten). Im Hauptstudium werden insbesondere medienpädagogische Themen, Fragen der Erwachsenenbildung und internationale Perspektiven von Bildung und Bildungspolitik bearbeitet.


 

Das Studium der Berufspädagogik

Das Studium der Berufspädagogik als 'Wissenschaft von der Berufsbildung' vermittelt unter historischen wie systematischen Aspekten die Entstehung und Differenzierung des beruflichen Schulwesens, den Wandel der betrieblichen Ausbildung in Industrie und Handwerk sowie die damit einhergehende Ausformung der Berufsbildungstheorie. Weitere Fragestellungen zielen generell auf die Prozesse des beruflichen Lehrens und Lernens, auf das Problem der Lernorte (Schule und Betrieb), auf die Verschulung des beruflichen Lernens in den unterschiedlichen Varianten, auf Probleme der beruflichen Sozialisation sowie auf die Integration von Allgemein- und Berufsbildung. Ergänzend werden thematisiert: Das Verhältnis von Berufsbildungs- und Beschäfti3 gungssystem, die künftige Qualifikationsentwicklung im Zusammenhang von Rationalisierung und Automation sowie die damit eng zusammenhängende Situation von Randgruppen im Berufsbildungssystem.
Die Studienziele des Studienganges Pädagogik mit dem Schwerpunkt 'Berufspädagogik' sind neben der Vermittlung der oben aufgeführten Inhalte (dem Kanon der fachwissenschaftlichen Kenntnisse) spezielle berufspädagogische Handlungskompetenzen, die in hohem Maße berufs- und arbeitsmarktorientiert sind: Dies berührt beispielsweise wichtige Probleme der Praxis der Berufsbildung, die insbesondere im Rahmen der Bildungsarbeit in Wirtschaftsbetrieben bewältigt werden müssen. Zur kompetenten Bewältigung von Problemen der Berufsbildungspraxis wie etwa der Organisation, Durchführung und Evaluation betrieblich organisierter Bildungsmaßnahmen oder den Aufgaben und Herausforderungen des Bildungsmanagements in einem Wirtschaftsbetrieb sind die im Studium der Berufspädagogik vermittelten Sachgegenstände (geschichtliche Entwicklung der Berufsbildung, bildungspolitische Fundierungen des Systems der Berufsbildung, gesetzliche Grundlagen der Berufsbildung, Kenntnis über die vielfältigen Träger von Maßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung etc.) unabdingbar.


 

Anforderungen, Voraussetzungen, Begabungen

Studierende der Pädagogik sollen in ihrem Studium lernen, pädagogische Probleme zu erkennen, mit der Hilfe fachwissenschaftlicher Kenntnisse und Methoden zu analysieren und kritisch zu bewerten - und zwar mit Blick und Bezug auf die jeweils betroffenen gesellschaftlichen Praxisfelder.
Die Beschäftigung mit der Fachwissenschaft Pädagogik ist stark interdisziplinär geprägt. Dies bedeutet, dass sich die Studierenden der Pädagogik über die Lektüre der pädagogischen und berufspädagogischen Literatur hinaus in hohem Maße auch mit anderen, insbesondere sozialwissenschaftlichen Fachbereichen (Geschichte, Philosophie, Soziologie, Psychologie) beschäftigen müssen.
Daher bildet für das Studium der Pädagogik die erste und wichtigste Voraussetzung die Bereitschaft, viel und gerne zu lesen. Man sollte sich dabei nicht dadurch in seinem Interesse 'ausbremsen' lassen, dass diese wissenschaftlichen Texte oft - jedenfalls im ersten Zugriff - sperrig und aufgrund unbekannter Fremdwörter und Fachbegriffe schwer verständlich erscheinen. Zur Bewältigung dieses Problems ist die kontinuierliche und systematische Lektüre von Fachliteratur unumgänglich. Nur so lassen sich Leseerfahrungen sammeln, die einen analytischen Zugang zu wissenschaftlichen Texten ermöglichen. Um Kenntnisse der aktuellen fachwissenschaftlichen Diskussion und aktueller bildungspolitischer Entwicklungen zu erwerben, ist insbesondere das Studium von pädagogischen Fachzeitschriften wichtig. Darüber hinaus gehört zum Studium der Pädagogik aufgrund ihrer engen Anbindung an Politik, Gesellschaft und Arbeitswelt neben einem ausgeprägten bildungspolitischen, auch ein besonderes allgemeinpolitisches Interesse.


 

Missverständnisse

Das Studium der Pädagogik ist weder eine Ausbildung für das Lehramt an allgemeinoder berufsbildenden Schulen, noch ist es mit dem FH-Studiengang 'Sozialpädagogik' verwandt oder vergleichbar. Zudem ist die in dem Studiengang 'Pädagogik' erfolgendeQualifizierung spezifisch pädagogisch. Dies bedeutet, dass das Studium der Pädagogik wissenschaftlich fundierte pädagogische, didaktische und methodische Kompetenzen vermittelt. Andererseits ist die berufliche Arbeit auf den Arbeitsmärkten der (vor allem: beruflichen) Aus- und Weiterbildung sehr häufig an die Verfügbarkeit einer weiteren (fachlichen oder fachwissenschaftlichen ) Kompetenz geknüpft. Es wäre daher - insbesondere bei einer berufspädagogischen Schwerpunktbildung - ein Missverständnis zu glauben, pädagogische Kompetenz allein sei in pädagogischen Arbeitsfeldern ausreichend. Es nutzt, um ein Beispiel zu nennen, dem betrieblichen Weiterbildner/ der Weiterbildnerin unter Aspekten des Arbeitsmarktes sehr häufig wenig, wenn er/sie außer seiner/ihrer didaktisch-methodischen Kompetenz als Pädagoge/Pädagogin keinen Sachgegenstand bzw. keine weitere Fachkompetenz (nämlich den eigentlichen Weiterbildungsinhalt) zur Vermittlung anbieten kann. Die Wahl des Nebenfaches spielt daher unter diesem Aspekt eine sehr entscheidende Rolle. Es ist - vor allem im Fall einer berufspädagogischen Schwerpunktbildung im 5. und 6. Fachsemester - sehr ratsam, als Nebenfach ein Gebiet zu wählen, welches ebenfalls unmittelbar arbeitsmarktrelevante Praxisbezüge aufweist, da dies die Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöht. Je früher die Studierenden in der Lage sind, konkrete Berufsfelder zu benennen, auf denen eine spätere berufliche Tätigkeit angestrebt wird (z.B. im Arbeitsfeld Volkshochschule durch die Wahl allgemeinbildender Nebenfächer wie Geschichte oder Literaturwissenschaft, oder durch bestimmte gegenständliche Spezialisierungen wie Musikpädagogik oder Medienpädagogik), desto besser wird der berufliche Übergang in den Arbeitsmarkt gelingen.


Aktuelle Informationen zum Fach finden sich auf den Seiten des Instituts für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik.